Wir schenken uns nichts… 

Seit Jahren feiern wir Weihnachten mit dem Vorsatz: „Keine Geschenke zu Weihnachten!“ 

Man beschenkt  sich doch eh das ganze Jahr über mit Kleinigkeiten und schönen Dingen. Sind wir einer Meinung und vor den Festtagen ist es schon stressig genug. 

Was war das früher anstrengend, denn jeden den man vereinbart oder spontan vor oder zu Weihnachten traf, hatte ein Geschenk und erwartete natürlich, dass man auch etwas Besonderes aus der Wichtelmütz zauberte. 

Also wurden Geschenk Listen erstellt für Freunde, Büro und die gesamte Verwandtschaft. Bis zum letzten Drücker wurden die Mitbringsel und Überraschungen immer mit viel Liebe ausgesucht und verpackt.

Eines Heiligabends,  meinte der Mitbewohner unter dem Verpackungsmaterial seiner ausgepackten Geschenke begraben: Nächstes Jahr keine Geschenke mehr!

Dabei hielt er die von seiner Schwiegermutter mit Liebe gestrickten Socken hoch, das gefühlt 100. Paar. Alle Jahre wieder brachte das Christkind dem mal mehr oder weniger geliebten Schwiegersohn, von Hand gestrickte bunte Wollsocken für die Schischuh. Was soll ich sagen, schon bei der ersten Abfahrt froren ihm die Zehen mit den Socken im Schischuh. Das war niemals von meiner Mutter beabsichtigt, hmmm denke ich.

Was keiner dachte, es stimmten den spontanen Vorschlag alle Anwesenden sogar mit Freuden zu. Man hörte regelrecht Steine der Erleichterung von den Herzen plumpsen und mir kam es so vor, als wären Stricknadel in eine Ecke geflogen. Doch auffallend war, dass das Geschenkpapier  inklusive Maschen und Bänder von Mutter nicht so sorgfältig wie sonst gefaltet und geglättet wurde, sondern einfach in einen Sack geknuddelt. 

Danach wurde noch ausgelassen gefeiert.

Das neue Jahr begann, die Tage und Monate vergingen im Flug und wie alle Jahre wieder stand Weihnachten vor der Tür. Da kamen die Nachfragen, ob wirklich keine Geschenke die Devise diese Weihnacht wäre. 

Mal schnell beim OberSanta Claus namens Mitbewohner ein Update geholt und Bestätigung ging an alle Familienmitglieder raus: No Presents from Christkind.

Der Heiligabend stand vor der Tür und der Mitbewohner und ich schwangen uns in unsere Kutsche und machten uns auf den Weg in die Heimat. Am Rücksitz stand verdächtig ein großer roter Sack. „Was steht da am Rücksitz für ein Sack?“ Ich neugierig. „Ein roter Sack.“ Mann das seh ich!? Mehr Erklärung kam nicht vom Mann am Steuer.

Zu Hause angekommen, nahm ich des mir Angetrauten Schwiegermutter zur Seite und flüsterte: „Bin mir sicher er hat Geschenke für morgen eingepackt!“ „Macht nichts, ich habe genug Socken in Vorrat.“ Meine Mutter hatte immer eine Lösung. Wir verpackten einzeln 7 Paar Wollstrümpfe in Weihnachtspapier, das meine Mutter sorgfältig die letzten Jahre aufbewahrt hat. So hatte für den Notfall jeder aus der Familie ein Geschenk für Mister No Presents.

Am nächsten Morgen den Weihnachtstag wurde für den Abend der Christbaum geschmückt und die Bücher hergerichtet, aus denen jeder ein Gedicht oder eine Geschichte vorlesen konnte. Die Liedertexte lagen bereit, für uns den Weihnachtskatzenchor.

In der Küche wurde von Oma und Mutter gschafftig am Herd gewerkelt und wir die Damenwelt machte sich für den Abend zurecht. Glitzer und Glamour war immer angesagt. 

Endlich war er da der Heiligabend! Festlich war es wieder, der Tisch fürs Festmahl war wunderschön dekoriert, am Baum leuchteten die elektrischen Kerzen. Im Hause eines Feuerwehrmannes kamen keine echten Kerzen an den Christbaum. Nur die sonst so schön verpackten Weihnachtspäckchen fehlten unterm Baum. Doch halt, da lag er, der verräterische rote Sack. 

Während dem Essen verschwand meine Mutter ganz leise ins Zimmer wo,der Baum leuchtete und aus dem CD Player die Weihnachtslieder erklangen. 

Ohhh, plötzlich läutete ganz leise ein Glöckchen und meine Großmutter rief: „Ich habe dem Christkind sein Glöckchen gehört!“ „Das ist doch die Lisl Deine Tochter!“ mein Onkel ohne Sinn für Romantik. Lachend wechselte  die ganze Horde den Raum und bestaunte den Weihnachtsbaum mit glänzenden freudigen Augen. Ich sah zu Mr. Santa äh meinen Mitbewohner, er trug die Mütze vom Weihnachtsmann und hatte so ein verräterisches Grinsen im Gesicht. 

Da nahm der Mann an meiner Seite den roten Sack in die Hand und teilte seine Geschenke aus. Da saß er nun und schaute, denn niemand hatte ein Geschenk für den Mann. Ein Zwinkern an meine Mutter und schon lagen die hübsch verpackten Päckchen vor ihren Schwiegersohn. 

Was soll ich sagen, der Blick meines Mr. Santa Claus wurden immer größer und erstaunter und plötzlich fing er schallend zu Lachen an und klatschte laut in die Hände. Mir wurde Angst um Bang um meinen Geliebten. Da hörte ich links und rechts von mir ein Gekicher wie im Hühnerstall, inzwischen hielten sich schon alle vor Lachen die Bäuche und zeigten auf mein Geschenk. Ich soll doch endlich auspacken. Brauche immer etwas länger als die andern bis ich eine Situation erfasse. 

Also öffnete ich vorsichtig mein Päckchen und da lagen, da lagen, ich konnte es nicht fassen, mein Blick der muss mir aus dem Gesicht gefallen sein, da lagen, ein paar Pinke  Wollstrümpfe mit einem Herz drauf.  Endlich schaute ich mich um und alle, ja alle hatten dicke Wollsocken oder Strümpfe vom Santa Claus bekommen und der Mitbewohner gleich 7 Paar und das war auch das letzte Mal.

Was soll ich sagen, es war sicher definitiv der fröhlichste Heiligabend aller Zeiten und zeigte uns, dass Geschenke nicht wichtig sind sondern die gemeinsame Zeit. 

Seitdem schenken wir wirklich nur mehr Kleinigkeiten, die auch mal selbst gebastelt werden. 

Leider ist die Familie klein geworden, es fehlen schon so viele aus der Familie.

Dieses  Jahr werden der Mitbewohner und ich wieder alleine feiern , denke keiner von uns Beiden hat sich an : Wir schenken uns an Weihnachten nichts! gehalten. 

Wünsche allen Lesern von Herzen 

Fröhliche Weihnachten 

Merry Christmas

Feliz Navidad 

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