Ordnung im Keller? Hilfe  kommt….. 

„Was tust Du da?“ brüllt der Mitbewohner zu mir hoch. „Genieße den herrlichen Ausblick!“ rufe ich aus 2,50 Meter Seehöhe, mit Scheuerbürste und -mittel in der Hand. 

„Du putzt heute, am Sonntag die Fliesen im Bad? Warum?“ „Weil!“ schnaufe ich, während  des schwindelerregenden Abstiegs von der Leiter. „Weil, morgen die Schrankflüsterin kommt!“ Um die Wichtigkeit der Aussage zu unterstreichen, fuchtle ich noch heftig  mit der Bürste vor seinem  Gesicht rum.

„Sie kommt um den Keller umzuorganisieren und ausmisten, nicht das Badezimmer.“ „Aber, sie wird sicher die Hände waschen und dafür muss sie ins Bad. Stell Dir vor, sie blickt nach oben und da ist Schmutz an den Fliesen!!!!“ Er meinte glatt ich hätte einen Knall. Pfffft.

Und dann kam sie, Regina Halbauer ,  „Die Schrankflüsterin“

Schon beim Betreten des Flurs kam Elan und Lebensfreude mit Regina ins Haus.  

Ein neues Projekt stand am Plan:  „Keller ausmisten und umorganisieren!“

Um 9 Uhr aber zuerst ein Kaffeetscherl und Lagebesprechung, bei der der Mitbewohner sofort das Wort ergriff und meinte: „Ich stehe eh nur im Weg, da braucht ihr mich nicht!?“ Doch, doch er war eingeplant für unser Leib und Wohl zu sorgen, sowie für den Abtransport der Altlasten im Keller. Auch wenn er sich extra die beste Jean und ein weißes Hemd für unseren Arbeitsbesuch angezogen hatte. Männer sind ja gar nicht eitel.

Im Oktober wollte ich selbst den Keller ausmisten und etwas übersichtlichere Ordnung reinbringen, aber der Wille war nur kurzfristig, denn nachdem mir beim Öffnen der Kastentür, von oben ein Koffer fast auf den Kopf fiel, war mir klar da konnte nur eine helfen, die Schrankflüsterin. 

Ein Hilferuf und schon stand Regina mit Zollstock, Bleistift und Papier im Keller und Zack hatte sie alles im Blick und ein Plan war gemacht. Ordnungskarton wurden bestellt und eine Skizze erstellt. Es konnte nun losgehen. Doch Corona hat uns wieder Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Aber jetzt war es endlich soweit und mit Mineral, FFP2 Masken und den Faltkartons unterm Arm stiegen wir ab in die Tiefen des Kellers. 3 Stunden waren eingeplant.

Flott und motiviert machten wir uns an die Arbeit. Zuerst ging es dem Schrank an den Kragen. Alles runter und raus auf dem Gang. Links da durfte alles bleiben, in die Mitte kam der Müll hin und rechts wird weitergegeben, das übernimmt wenn möglich Regina, natürlich gegen Gebühr und wenn sie eine Organisation hat oder jemandem weiß, wo Bedarf dafür  ist.

Zum Erstaunen der Schrankflüsterin ging mehr als erwartet, besonders Jacken und Mäntel, nach rechts und in die Mitte. Auch Koffer und Erinnerungen, wie ein riesengroßes Aquarellbild, ein Geschenk für den Mann zur Pension, von einem Reeder. Es hing Jahre im Wohnzimmer und jetzt endlich durfte es als Spende gehen, auch unnötiger Ballast, der der Seele nicht gut tat durfte weg. Die Entscheidung fiel immer leichter und beim Anprobieren der Jacken, ob sie vielleicht doch bleiben sollen, haben wir Tränen gelacht, denn irgendwie ist alles in der Kühle des Kellers kleiner geworden. Oder bin ich noch ein Wengerl an manchen Stellen gewachsen. Egal. 

Nun wurde es spannend, sehr spannend. Der alte  Schrank musste an die hintere Kellerwand geschoben werden. Also zogen wir mal links, dann rechts das Ungetüm aus seiner Ecke hervor, es knarrte im Gebälk, es knackste und daaaaaa war er der Knall, als sich die Rückwand vom Schrank verabschiedete. Blankes Entsetzen stand in unseren Gesichtern, den der Berg äh Schrank geriet ins Schwanken, die Türen hingen schräg am Korpus und Regina und ich rechts und links am Ungetüm, wie Buchstützen. „Kann uns der Mitbewohner helfen?“ Ich musste lachen. Bei aller Liebe, der war nicht der Mann fürs Grobe. Also einen Notruf an einen Bekannten, der Alles kann. Doch brauchst Du einen Mann, mach es gleich selbst. 

So kletterte ich durch den Schrank ohne Rückwand, fühlt sich an als würde man dahinter eine Bühne betreten. Dahinter war die Bühne winzig eng und finster, ich Wuzzerl passte grad hinein ins Eck. Gott sei Dank ließ sich die Wand falten, so konnte ich sie in die dafür vorgesehen Aussparungen stecken. Na ja, so gut es ging halt. Und nun bemerkte ich mein Unglück! Ich war hinter dem Trumm eingeschlossen. Panik legte  meine Schaltzentrale namens Gehirn und alle Körperteile lahm. Ich war einfach wie in einer Seifenblase gefangen. Doch da  die Schrankflüsterin niemals den Überblick verliert, konnte sie mich mit guten Zuspruch und Kraftaufwand aus dem Gefängnis befreien. 

Luft holen und irgendwie schafften wir es, obwohl der Schrank noch einige Teile abwarf, ihn an die Wand zu knallen äh schieben. Da stand er nun, zu unserem Erstaunen wie der Fels in der Brandung. Sogar die Türen gingen perfekt zu. Das war auch Zeit, denn der Mitbewohner stand neugierig vor der Kellertür, sein Argusauge sondierte gleich die Lage: „Braucht Ihr Hilfe? Gehts voran?“ 

„Alles Bestens, nur ein Schnapserl zur Stärkung.“ Mann muss nicht alles wissen.

Gut gestärkt, den Schreck verdaut,  räumten wir den standfesten Schrank ein, links und rechts davon zur Stabilisierung, kamen die sperrigen Sachen und die Bilder die bleiben durften.

Während nun der Liebste, Regina beim Abtransport der Teile half, die weg durften, machte ich mich an die Regale und auch da ging so Einiges in den Müll und der Rest wurde in die  Ordnungsbehälter, die die Schrankflüsterin gleich mitgebracht hat, verstaut und die Kartons ordentlich beschriftet, damit wir später alles gleich wieder finden können. 

Alles war in den Regalen und im Schrank ordentlich und strukturiert verstaut. Noch den Boden gefegt, nun würde sich hier sogar Herr Monk wohlfühlen.

Glücklich schlossen wir die Kellertür und hätten uns so gerne umarmt. Ein Blick auf die Uhr, wir waren fast in der Zeit. Da gingen sich noch leckere Sushi und eine kurze Zusammenfassung des Vormittags aus.

Fazit:  Frauen können Berge versetzen und ohne    „Die Schrankflüsterin“  müsste ich weiterhin den Weg frei räumen um in den Schrank zu gelangen. In den Regalen, suchen und hin und herstellen, über und aufeinander stapeln. Ganz alleine sich von Erinnerungen zu trennen fällt viel schwerer, Ballast abwerfen funktioniert so einfach, weil Regina Halbauer einem niemals unter Druck setzt, sondern einfühlsam aber konsequent ist.

Ja das war heute Werbung, selbst bezahlt. Ich kann sie nur wärmstens jeden empfehlen, der Hilfe braucht.  Schaut selbst unter https://dieschrankfluesterin.com/.  findet Ihr alle Informationen dazu.

Das war nun Projekt Nummer 2 und ein weiteres sehr großes wird folgen. 

Glücklich und müde mache  ich es mir am Nachmittag am Sofa gemütlich. Ein Kaffee wäre jetzt gut und den bereitet der Mitbewohner am besten zu. Aber es war so still im Schloss. Kein Mitbewohner in den Gemächern. Wo ist der mir Angetraute abgeblieben?  OK, ich habe gesagt, dass alles was in der Mitte vom Flur rumsteht, darf in den Müll.  REGINAAAAAAAAA 😆

Danke fürs Vorbeischauen und lesen.

Alles Liebe 

Evelin

Nachtrag: 

Jacken und Mäntel wurden noch am nächsten Tag den Frauen aus der Ukraine übergeben, die gerade ihre Heimat verlassen mussten. Das große Bild ging als Spende an eine Organisation und vieles von den Sachen haben inzwischen schon einen neuen Besitzer bzw. Besitzerin gefunden. Das ist ein schönes Gefühl. 

3 Kommentare zu „Ordnung im Keller? Hilfe  kommt….. 

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